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MarktTreff Wester-Ohrstedt geht neue Wege in der Ausbildung

Gemeinde Delve erhält hohe Förderung für Ausbau des MarktTreffs +++ MarktTreff Wester-Ohrstedt geht neue Wege in der Ausbildung

 KIEL MT 27.06.18 – Das schleswig-holsteinische Landeskabinett hat jetzt über einige größere Förderprojekte entschieden. Eines der Projekte liegt im Kreis Dithmarschen, in der 700 Einwohner zählenden Gemeinde Delve. Mit insgesamt 750.000 Euro wird nun die Erweiterung des Delver MarktTreffs ermöglicht. Mit EU-Mitteln aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) und Mitteln aus dem Programm „Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK) fördert die Landesregierung die Grundversorgung in ländlichen Regionen.

Bereits 2015 wurde im ehemaligen Schulgebäude ein MarktTreff auf genossenschaftlicher Basis entwickelt und sorgt als „Unser Dorfladen“ mit Lebensmitteln, vielen regionalen Produkten, einem Friseur, Kosmetik, Fußpflege, Massage, Nähatelier, Blumenecke, Second-Hand-Kleidung, Annahme- und Lieferdiensten und einem kleinen Kaffee- und Treffangebot für zufriedene Kunden und Bürger.

Doch gemeinsam mit den Nachbargemeinden Hollingstedt und Wallen haben sich die Delver mehr vorgenommen für das multifunktionale Zentrum. Das Konzept hat die Landesregierung und die AktivRegion überzeugt: Das Gebäude soll umfassend umgebaut und energetisch saniert werden. Konkret sollen der Dorfladen erweitert werden, der Kindergarten soll mehr Platz bekommen, ein Versammlungsraum und ein Fahrstuhl sind geplant. Der Eingangsbereich wird offener und einladender gestaltet. Delves Bürgermeisterin Petra Elmenthaler zeigt sich über die gesamte Förderung hocherfreut: „Für unsere drei Gemeinden Delve, Hollingstedt und Wallen geht damit ein Traum in Erfüllung. Mit der Unterstützung durch das Land Schleswig-Holstein machen wir unseren MarktTreff zum Anziehungspunkt der gesamten Region.“ Die Baumaßnahmen sollen im Frühjahr 2019 beginnen.

Delver MarktTreff

Der MarktTreff Delve wird mit Fördermitteln umfassend energetisch saniert und erweitert. 

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Der MarktTreff in der nordfriesischen Gemeinde Wester-Ohrstedt hat eine besonders ausgeprägte „soziale Ader“. Gerade erst wurde der Laden von Maik Schultze und seiner Familie vom Handelsverband Nord ausgezeichnet für „generationenfreundliches Einkaufen“. Und das bereits zum zweiten Mal.

Bei der Ausbildung junger Menschen im Einzelhandel gehen die Schultzes ebenfalls neue Wege. Dafür stehen ihr derzeitiger Auszubildender, Joshua, und die Zusammenarbeit mit dem Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk in Husum (TSBW). Wer Joshua an der Kasse des MarktTreffs trifft, lernt zunächst einen freundlichen kompetenten Mitarbeiter kennen. Nichts deutet darauf hin, dass Joshua ein kleines Handikap hat: Bei dem agilen 24-jährigen hat man das Asperger Syndrom festgestellt – eine Form des Autismus. Menschen mit dem Asperger Syndrom haben Probleme bei sozialen Interaktionen – eigentlich ein Ausschlusskriterium im Einzelhandel mit klassischem Kundenkontakt.

Doch Joshua hat mit der Unterstützung und der Förderung durch seinen Ausbilder, Björn Schultze, alle Skepsis und Zweifel aus dem Weg geräumt. Nach einem zweiwöchigen Praktikum war klar, dass Joshua bei den Schultzes sein zweites Ausbildungsjahr absolvieren wollte. Die Lösung für das „Wie“ war schnell gefunden: Er kombiniert seine verzahnte Ausbildung mit einem Langzeitpraktikum im MarktTreff. Der familiäre Kontakt tut ihm gut und motiviert ihn: „Am Anfang war ich schon nervös wegen der neuen Herausforderung und den anderen Menschen, aber mittlerweile fühle ich mich hier wie zu Hause. Der MarktTreff und seine Mitarbeiter sind für mich eine zweite Familie geworden“, so Joshua.

Für Ausbilder Björn Schultze ist die Zusammenarbeit mit dem TSBW ein wichtiges Argument. Wenn in der Ausbildung wirklich einmal Fragen und Probleme auftreten, kann er sich immer an die Fachkräfte des Berufsbildungswerkes wenden. Denn „Joshua benötigt definitiv eine stärkere Betreuung als andere Auszubildende und mehr Kontrolle“. Der junge Mann hat dermaßen viel Freude an der Arbeit im Einzelhandel entwickelt, dass er in diesem Bereich seine berufliche Zukunft sieht: „Ich möchte weiter im Einzelhandel arbeiten, gerne im Lebensmittel- oder Drogeriebereich, aber auch Technik würde mich durchaus interessieren“, ergänzt Joshua. Für die Schultzes steht jetzt schon fest, dass sie wieder einen Auszubildenden aus dem TSBW nehmen werden. Und ihr vorbildliches Engagement wirkt positiv auf andere Betriebe: In der Region arbeiten weitere Händler bei der Ausbildung junger Menschen mit dem TSBW zusammen.

Wester-Ohrtstedt

Der MarktTreff Wester-Ohrstedt kümmert sich um eine professionelle Ausbildung.

Zwei, die sich verstehen: Ausbilder Björn Schultze (links) und Joshua.

MarktTreff Schleswig-Holstein auf dem LandFrauenTag 2018

N e u m ü n s t e r  MT 22.05.2018 – „Mehr Frauen in die Gremienarbeit“ forderte Ulrike Röhr, die Präsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein, unter anderem auf dem diesjährigen LandFrauenTag in Neumünster. Eine Position, der Ministerpräsident Daniel Günther in seinem Grußwort ausdrücklich zustimmte. Die Thesen der LandFrauen zu Nachhaltigkeit, Infrastruktur, Bildung und Wertschätzung, an denen sich die LandFrauen in ihrer Arbeit orientieren, fände er super. Stargast des Tages war die sozial stark engagierte Schauspielerin Maria-Luise Marjan, die durch ihre Rolle als Mutter Beimer in der Serie Lindenstraße bekannt wurde.

Aus ganz Schleswig-Holstein waren zum LandFrauenTag 2018 rund 1.600 LandFrauen in die Holstenhallen von Neumünster gekommen. Vielfältige Informationen aus den ländlichen Räumen gab es auf der Veranstaltung, die vom Landesverband und dem KreisLandFrauenVerband Herzogtum Lauenburg organisiert worden war. Auch MarktTreff Schleswig-Holstein präsentierte sich dort erneut. Zahlreiche Gespräche mit Teilnehmerinnen und Gästen gab es am MarktTreff-Stand.

www.markttreff-sh.de

Ausbildung im MarktTreff Schultze

Joshua steht an der Kasse des MarktTreffs in Wester-Ohrstedt und bedient einen Kunden. Wer dem freundlich lächelnden, jungen Mann begegnet, wird kaum auf die Idee kommen, dass Joshua kein normaler Auszubildender ist, denn der 24-jährige leidet am Asperger Syndrom – eine Form des Autismus. Menschen mit dem Asperger Syndrom haben vor allem Probleme bei sozialen Interaktionen wie dem normalen Kommunizieren mit Menschen – eigentlich eine Art Ausschlusskriterium im Einzelhandel mit klassischem Kundenkontakt.

Bei Björn Schultze, dem Ausbilder von Joshua überwog zunächst auch die Skepsis und auch Kollegen und Kunden fragten sich, ob Joshua den erforderlichen Anforderungen im Einzelhandel gewachsen sein würde. In Konsequenz hat Joshua aufgrund der genannten Zweifel vorerst ein zweiwöchiges Praktikum absolviert. Zu diesem Zeitpunkt war Joshua bereits im ersten Ausbildungsjahr zum Verkäufer bei dem Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk Husum (TSBW), aber er wollte sein 2. Ausbildungsjahr unbedingt auf dem ersten Arbeitsmarkt machen. Nach dem Praktikum war klar, dass Joshua seine verzahnte Ausbildung mit einem Langzeitpraktikum im MarktTreff fortführen würde. „Am Anfang war ich schon nervös wegen der neuen Herausforderung und den anderen Menschen, aber mittlerweile fühle ich mich hier wie zu Hause. Der MarktTreff und seine Mitarbeiter sind für mich eine zweite Familie geworden“, so Joshua.

Nun neigt sich schon das 2. Ausbildungsjahr dem Ende zu und Joshuas Noten in der Berufsschule sind so gut, dass er das 3. Ausbildungsjahr zum Kaufmann im Einzelhandel noch anhängen wird. Besonders gerne mag Joshua in der Schule Mathe – insbesondere Kalkulationen – und sollte es in anderen Fächern einmal Schwierigkeiten geben, bekommt er im Betrieb die nötige Unterstützung. Also ist Joshua doch ein Auszubildender wie alle anderen? „Nein, Joshua benötigt definitiv eine stärkere Betreuung als andere Auszubildende und mehr Kontrolle“ sagt sein Ausbilder Björn Schultze, der für Joshua im letzten Jahr immer mehr zur Bezugsperson geworden ist. Joshua muss vor allem immer wieder an seiner Konzentration arbeiten, mehrere Aufgaben auf einmal sind immer noch schwierig für ihn. Um Joshua die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen, musste sich Björn Schultze auch erstmal über die Krankheit und deren Symptome informieren, aber mittlerweile sind die anfänglichen Bedenken der Gewissheit gewichen, dass Joshua den Anforderungen deutlich und zur Genüge gerecht wird. Sollten doch einmal unvorhergesehene Problemstellungen auftreten, steht der Kooperationspartner, das TSBW, immer mit Rat und Tat als zusätzlicher Ansprechpartner zur Verfügung. Und was möchte Joshua nach seiner Ausbildung machen? „Ich möchte weiter im Einzelhandel arbeiten, gerne im Lebensmittel- oder Drogeriebereich aber auch Technik würde mich durchaus interessieren“, sagt Joshua.

Das Engagement des MarktTreffs bei der Ausbildung von Menschen mit einem Handicap zieht mittlerweile weitere Kreise, denn viele andere Geschäfte aus der Umgebung haben ebenfalls Auszubildende über das TSBW beschäftigt. Der MarktTreff möchte die positive Zusammenarbeit ebenfalls weiter fortsetzen und wird demnächst einen neuen jungen Auszubildenden, diesmal mit einer Lungenkrankheit, bei sich im Markt begrüßen.

Weitere Informationen zum TSBW unter:

https://www.tsbw.de/

 

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